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Neue Insights von Liferay - das war die DEVCON 2022

Wohin geht die Reise bei Liferay? Antworten lieferte die erste große Veranstaltung in 2022 – die Liferay Developer Conference, kurz DEVCON. Wir von USU waren als Hauptsponsor dabei und konnten aus erster Hand wertvolle Insights mitnehmen – nicht nur für Entwickler, sondern auch für Business-Entscheider. Hier kommen die Event-Highlights… 


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Liferay DEVCON 2022

Vom 6.-7. April 2022 fand die Liferay DEVCON als globale Entwicklerkonferenz zur Digital Experience Plattform (DXP) des Enterprise Open Source-Herstellers Liferay statt – auch in diesem Jahr online mit mehr als 1000 Teilnehmenden.
Die DEVCON gab wie immer einen tiefen Einblick in die Nutzung der Liferay-Produkte, illustriert durch Workshops, Feature-Präsentationen und konkreten Anwendungspräsentationen. Interessant ist auch jedes Mal die Vorstellung der Roadmap – was plant Liferay für die Zukunft? Bei Offline-Events ist der Austausch untereinander natürlich auch ein wichtiger Aspekt: hier hoffen wir darauf, dass wir uns nächstes Jahr wieder persönlich treffen können.

USU-Beitrag zur DEVCON 2022

Auch dieses Jahr war die USU – wie in den letzten Jahren – als Hauptsponsor mit dabei. Daneben gab es auch zwei Fachvorträge von uns:

Gemeinsam mit unserem Kunden, der Sächsischen Aufbaubank (SAB) präsentierten Robert Hagedorn (Projektleiter SAB) und Andreas Firnau (Projektleiter USU) im Vortrag „Optimizing Customer Experience with Liferay at the Sächsische Aufbaubank (SAB)“ vor welchen Herausforderungen die SAB stand. Dazu gehörte die Verbesserung der Usability der Website, die Vereinfachung der Redaktionsprozesse und die enge Integration des Förderportals. Die SAB zeigte, wie sie diese mit der Migration ihrer Website auf das Liferay CMS und der Integration des Förderportals lösen konnten – und warum Liferay DXP 7.4 genau zum richtigen Zeitpunkt erschien. 

Im Vortrag „Ensuring Security And Integrity of Liferay Assets With Blockchain Technology” präsentierte Liferay-Spezialist Andreas Firnau, wie Blockchain-Technology genutzt werden kann, um die Integrität von Daten in Liferay abzusichern – unter Nutzung von Standard-Schnittstellen und -Funktionalitäten. Dieser Vortrag setzt das Thema fort, das wir bereits im letzten Jahr mit dem Vortrag zum Thema revisionssichere Historie für Webseiten gestartet hatten.

Weiterhin stellten wir unser Portfolio rund um Intranets, Extranets und Portale auf Basis von Liferay vor: USU ist zertifizierter Liferay Platin-Partner für die Digital Experience Platform (DXP) und spezialisierter Partner für Liferay DXP Cloud und Liferay Commerce. USU verfügt daher über ein Expertenteam mit langjähriger Erfahrung in der Liferay-Beratung, -Konzeption, -Integration und -Lösungsentwicklung.

Key Takeaways

Liferay steht vor einer großen Herausforderung. Die Märkte bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit, und das bisherige Modell der Software-Entwicklung erfordert ein Umdenken: Talente sind rar, Modifikationen werden in Zeiten von Software-As-A-Service (SaaS) schwieriger, und Fachabteilungen wollen schneller fertige Lösungen haben und schielen daher immer mit einem Auge in die Richtung von Low Code- / No Code-Anwendungen. 

Bryan Cheung, CEO von Liferay, illustrierte im Rahmen seiner Keynote, wie Liferay sich dieser Herausforderung stellt. Kern der Strategie ist, die Plattform Liferay noch stärker von der Entwicklung zu trennen. Modifikationen der Plattformen – dazu zählen Liferay Themes, Services und Portlets – sollen durch neue Erweiterungsmöglichkeiten abgelöst und klar getrennt werden. Dieses Vorgehen bietet viele Vorteile, bspw. werden Updates der Plattform wesentlich einfacher – und öffnet so die Tür für das neue Angebot Liferay Experience Cloud (LXC), das Liferay komplett als SaaS-Plattform anbietet. 

Weiterhin stellte Bryan Cheung das neue Release-Verfahren vor, das im Wochen-Rhythmus ausliefert und somit wesentlich schneller Updates und neue Funktionen bereitstellt. Die Version 7.4 soll somit noch lange bestehen bleiben, eine Liferay DXP 7.5 oder 8.0 ist aktuell nicht geplant. 

Kennt noch jemand den Liferay Marketplace? Dieser wurde vor vielen Jahren mit hohem Aufwand gestartet – nur um dann in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Aufgrund der neuen Möglichkeiten hat Liferay die Wiederbelebung des Marktplatzes auf die Agenda gesetzt. Viele neue Funktionen sollen es Anbietern und Anwendern einfacher machen, hier zusammenzukommen.

Damit ergibt sich folgendes Gesamtbild: Liferay ist die stabile Plattform für individuelle Anwendungen – egal ob als On Premise, Cloud Self Managed oder SaaS-Plattform. Anwendungen können durch die neue Architektur flexibel als Low-Code/No-Code-Lösung oder Javascript-Anwendung gebaut werden. Anwendungen aus dem Marktplatz ermöglichen die schnelle Umsetzung von spezielleren Anforderungen. Durch die strikte Trennung von Plattform und Anwendungen kann die Plattform kontinuierlich verbessert werden und ist darauf ausgelegt, sich regelmäßig weiterzuentwickeln.

Weitere Sessions beleuchteten tiefer und technisch detaillierter, wie Entwickler und Anwender diese neuen Funktionen in Liferay nutzen können oder stellten konkrete Use Cases vor.

Highlight und Abschluss des ersten Tages war die Roadmap – wie geht es konkret weiter? Die strategische Ausrichtung von Liferay hatten wir ja schon am Morgen gesehen, daher war jetzt die Frage, wie konkret Liferay die nächsten Schritte plant.

Wie erwartet, gibt es viele kleine Verbesserungen im Bereich Liferay Objects. Dazu gehören erweiterte Feldtypen (Felder mit Rich Text, Anhängen, langen Texten…) und die Möglichkeit, diese besser zu validieren. Auch bei der Anzeige der Objekte werden Verbesserungen geplant, bspw. Sortieren, Filtern, Spaltenauswahl usw. Der Bereich der Liferay-Objekte befindet sich in der Entwicklung, und Liferay arbeitet intensiv daran, diesen iterativ zu verbessern. Auch im Bereich Styling sind Verbesserungen geplant.

Die neue Funktion Remote Apps wird ebenfalls kontinuierlich verbessert – hier plant Liferay nun Funktionen, um den Lebenszyklus der Applikationen besser zu steuern. Dazu gehört Deployment und Hosting (über eine eigene Oberfläche, nicht mehr im DMS), Versionierung und die Möglichkeit, diese zwischen Umgebungen zu verschieben (Test Produktion).

Auch im Bereich der Content Sets gibt es Verbesserungen. Hierbei können Anwender Berechtigungen granularer setzen.

Eine neue geplante Funktion kümmert sich um den Im- und Export von Daten. Hierbei plant Liferay neue Oberflächen, um Inhalte einfach bspw. als CSV- oder XML-Dateien zu importieren und zu exportieren. Diese Funktion klingt vielversprechend, es handelt sich um einen typischen Anwendungsfall der normalerweise Entwicklung erforderlich macht. Auch im Bereich Commerce gibt es viele Detail-Verbesserungen. 

Tag 2 startete mit der Keynote zum Projekt bei der SAB und war dann geprägt von sehr technischen Themen und Workshops. 

Fazit

Liferay erfindet sich ein weiteres Mal neu. Nach der großen Umstellung auf DXP vor 6 Jahren stand die Verbesserung des CMS ganz oben auf der Aufgabenliste. Hier hat Liferay geliefert. Aber der Markt steht nicht still, und das Alleinstellungsmerkmal von Liferay, die große Anpassbarkeit, wird zum Hemmschuh für das weitere Wachstum. Daher lautet der Trend: weg von großen Änderungen hin zu iterativen Verbesserungen. Weg von Anpassungen der Plattform hin zu einer klaren Trennung von Individualentwicklung, auf die idealerweise ganz verzichtet werden kann, wenn dies auch per Konfiguration möglich ist. 

Noch ist Liferay aber keine vollwertige Low Code-Plattform. Um das zu werden, sind große Anstrengungen erforderlich – in ein unbekanntes Terrain. Während es beim Umbau des CMS klare Ziele gab, die über mehrere Releases entwickelt und bereitgestellt wurden, ist dies im Low-Code-Umfeld nicht so leicht möglich, da die Anforderungen spezifisch sind und sich stark an den zu bauenden Lösungen orientieren. 

Um nicht den Anschluss zu verpassen, hat Liferay daher ein iteratives Vorgehen gewählt, um schnell auf Kunden-Feedback und Anforderungen reagieren zu können. Zum einen ist das gut – wir können als Anwender, Berater und Projektleiter direkt Einfluss auf die weitere Entwicklung des Produkts nehmen. Auf der anderen Seite wäre es schön, wenn alles schon perfekt funktionieren würde. Aber, wann tut es das schon – dann lieber interaktiv mit dem Hersteller die Plattform dorthin führen, wo der größte Kunden-Nutzen ist. 

Was bedeutet das konkret für unsere Projekte? Anforderungen müssen weiterhin darauf geprüft werden, ob sie mit den aktuellen Funktionen per Konfiguration statt Entwicklung umgesetzt werden können. Hier ist der Spielraum größer geworden. Ist das nicht der Fall, dann ist bei Neu-Entwicklungen zu prüfen, ob das Frontend als JavaScript-Anwendung gebaut werden kann, sei es in Angular, React oder Vue. Klassische Portlets sind natürlich weiterhin möglich – ich denke an Bestands-Anwendungen und vorhandenes Know-How – aber definitiv ein Auslauf-Modell. 

Liferay zeigt wieder, dass das Produkt auf geänderte Marktanforderungen schnell reagiert, diese gemeinsam mit der Community umsetzt und so auch in den kommenden Jahren eine verlässliche Plattform für alle Arten von Anforderungen bleibt. Die USU als Platin Service-Partner ist wie immer vorne mit dabei und unterstützt Sie bei der optimalen Umsetzung Ihrer Anforderungen – sprechen Sie uns direkt an!


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Andreas Firnau

Andreas Firnau

Andreas ist zertifizierter Projektleiter (IPMA Level C, Scrum-Master) und Liferay-Fachberater. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen im Anforderungsmanagement und der Projektleitung zur Umsetzung von Plattformen für die digitale Interaktion. Sein Team betreut Liferay-Projekte vieler USU-Kunden, darunter Putzmeister oder die Stuttgarter Versicherung. Er tritt außerdem regelmäßig als Sprecher auf Veranstaltungen auf.

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