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Was Sie über Oracle ULAs wissen sollten

Das Treffen einer falschen Entscheidung für das Oracle-Lizenzmanagement kann finanzielle Auswirkungen in Millionen-Höhe nach sich ziehen. Von allen Lizenzierungsmodellen, die Oracle anbietet, kann das ULA den größten Einfluss auf die langfristigen Oracle-Ausgaben eines Kunden haben. Trotz dieser finanziellen Auswirkungen wird die ULA oft missverstanden. Je genauer Sie über die Details eines Oracle ULA informiert sind, desto besser können Sie bestimmen, ob dieses Vertragsmodell gemessen an den Anforderungen Ihres Unternehmens sinnvoll ist und Sie können Ihre Oracle-Investition entsprechend besser nutzen.

Was ist ein Oracle ULA?

Das Akronym ULA steht für „Unlimited License Agreement". Ein Oracle ULA ist eine zeitlich begrenzte Vereinbarung, die normalerweise für drei Jahre geschlossen wird. Gegen eine feste Lizenz- und Supportgebühr gewährt ein ULA dem Kunden das Recht, eine unbegrenzte Anzahl von Lizenzen für einen bestimmten Satz von Oracle-Produkten zu nutzen. ULAs können auch eine Kombination aus unbegrenzten und mengenbasierten Lizenzen enthalten. Nach Ablauf der ULA-Laufzeit haben Sie als Kunde zwei Möglichkeiten:

  • Sie verlängern das ULA für eine weitere Laufzeit und nehmen dabei alle erforderlichen Änderungen an der Lizenzkonfiguration vor.
  • Sie beenden das ULA und zertifizieren die Lizenznutzung, um festzustellen wie viele Lizenzen Sie weiterhin behalten möchten.

Sobald die Lizenznutzung zertifiziert wurde, erhalten Sie die Rechte für Perpetual-Lizenzen für die Nutzung, die Sie deklariert haben. Wenn Sie als compliant eingestuft wurden, fallen keine zusätzlichen Lizenzgebühren an.

Eine Ausnahme gibt es allerdings. Obwohl bei der Zertifizierung keine zusätzlichen Supportgebühren anfallen, findet die Inflationsanpassungsrate (Inflationary Adjustment Rate, kurz „IAR“) von Oracle in Höhe von 3 % Anwendung. Da der ULA-Support auf den ULA-Lizenzgebühren basiert, bleibt Ihr Support-Stream derselbe, unabhängig davon wie viele (oder wenige) Lizenzen eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass es schwierig sein kann Änderungen an einem Support-Stream vorzunehmen, wenn die Nutzung der ULA-Lizenzen abnimmt.


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Oracle ULA-Vorteile

Warum sollten Sie sich also für ein ULA entscheiden? Das Oracle ULA ist eine kluge Option, wenn Sie im Laufe der ULA-Laufzeit ein hohes Wachstum erwarten. Es gibt vier Hauptgründe, die für den Abschluss eines Oracle ULAs sprechen:

  • Vorhersagbarkeit: Ihre Lizenz- und Supportkosten sind für die Laufzeit des ULAs festgelegt.
  • Standardisierung: Die Architekturkosten werden reduziert, da das ULA häufig Nischenprodukte von Drittanbietern ablöst.
  • Design-Flexibilität: Ihre Architektur ist nicht mehr durch Kosten pro Einheit eingeschränkt. Dies führt zu einer schnelleren Markteinführung, unterstützt sowohl Innovation als auch Agilität und erleichtert Data Recovery, sekundären Rechenzentren und Multicore-Prozessoren. Geschäftszweige können außerdem die richtigen Lösungen für ihre Anforderungen auswählen, ohne sich über die damit verbundenen Lizenz- und Supportgebühren Gedanken machen zu müssen.
  • Produktivität: Sie müssen während der ULA-Laufzeit kein zusätzliches Budget beantragen. Dadurch verringert sich der Zeitaufwand für das Oracle-Lizenzmanagement und die Effizienz wird verbessert, z.B. für:
    • Planung von Software-Architektur
    • Verhandlungen
    • Beantragung von Budget für identifizierte und unvorhergesehene Projekte
    • Überwachung des Software-Einsatzes

Oracle ULA-Risiken

Ein ULA kann Risiken bergen, die die Vorteile deutlich überwiegen können, wenn das ULA nicht korrekt verwaltet wird:

1. Unterauslastung

Sie könnten am Ende zu viel für die tatsächliche Nutzung bezahlen, wenn einer der folgenden Umstände eintritt:

  • Das geschätzte Wachstum (z. B. der Benutzer, der Produktnutzung), das bei Abschluss des ULAs prognostiziert wurde, tritt nicht ein und führt entsprechend zu einem Überschuss an Lizenzen.
  • Die prognostizierte Nutzung bestimmter Produkte entwickelt sich anders als erwartet und solche Produkte bleiben letztendlich ungenutzt.

Wenn die zu geringe Nutzung ein Problem ist, können Sie am Ende für zusätzliche ULA-Lizenzen bezahlen. Selbst wenn das ULA beendet wird, bleibt die zu geringe Nutzung ein Problem, es sei denn, es entsteht eine neue Nachfrage nach den gering genutzten oder gänzlich ungenutzten Produkten. Das bedeutet, dass Ihr stabiler Support-Stream zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden kann.

2. Support-Kosten

Zu Beginn Ihres ULAs wird der Support für bestehende Lizenzen, die zuvor auf Transaktionsbasis erworben wurden, in einem einzigen Supportvertrag zusammengefasst. Dies führt dazu, dass die aktuellen Customer Support Identifiers (CSIs) enden und die ULA-Lizenzen in einem einzigen CSI zusammengefasst werden. Obwohl ein einziger CSI die Verwaltung des ULA-Supports vereinfachen kann, verlieren Sie auch die Flexibilität, den Support für unerwünschte Lizenzen einstellen zu können.

Gemäß der Support-Policy von Oracle wird bei einer Reduzierung des Supports eine Neuberechnung für die verbleibenden Lizenzen ausgelöst. Das bedeutet, dass Sie, auch wenn Sie weniger Oracle-Lizenzen haben, immer noch den gleichen Betrag für den Support zahlen.

Profi-Tipp: Vermeiden Sie es auf einen CSI festgelegt zu werden, indem Sie proaktiv mit Oracle mehrere CSIs für das ULA verhandeln. Ein Verständnis für die Funktionsweise der internen Genehmigungsstruktur von Oracle kann einer Organisation dabei helfen dieses Ergebnis zu erreichen.

3. Oracle-Compliance

Selbst wenn ein ULA vorhanden ist, bleibt Lizenzmanagement für Oracle-Implementierungen immer noch erforderlich. Viele Kunden haben möglicherweise einen falschen Eindruck von den Bereitstellungsrechten mit einem ULA. Es ist wichtig genau zu verstehen, welche Lizenzen in dem ULA enthalten sind und welche Mengen damit verbunden sind, um ein falsches Deployment zu vermeiden. Beispielsweise den Einsatz von Lizenzen, die nicht in der ULA enthalten sind, oder eine übermäßige Bereitstellung von mengenbezogenen Lizenzen.

Eine enge Abstimmung zwischen den IT- und Software Asset Management (SAM)-Teams hilft Ihnen dabei die Compliance einzuhalten, sich vor einem Software-Compliance-Audit zu schützen und zusätzliche Lizenz- und Supportkosten zu vermeiden. Bestimmen Sie durch ein genaues Assessment Ihrer Software-Umgebung, was genau in Gebrauch ist und wie viel genutzt wird. Dies kann dazu beitragen, potenzielle Probleme vor dem Ende der ULA-Laufzeit zu erkennen und erhebliche Kosten zu vermeiden.

3. ULA-Zertifizierung

Die ULA-Zertifizierung selbst kann ihre eigenen Risiken für Kunden mit sich bringen:

  • Wer einen ULA-Einsatz nicht trackt und aktiv verwaltet, muss am Ende eine Inventur durchführen, was sehr zeitaufwändig und personalintensiv sein kann.
  • Die Zertifizierung wird von den License Management Services (LMS), dem Audit-Arm von Oracle, durchgeführt. Das bedeutet, dass Sie sich den Zertifizierungsprozess selbst als ein kleines Software-Compliance-Audit vorstellen können. Während dieses Prozesses werden Sie möglicherweise aufgefordert dieselben Messskripte auszuführen, die LMS während seines Audits verwendet und diese Ergebnisse können zur Erstellung der Compliance verwendet werden. Wenn Compliance-Probleme entdeckt werden, kann das ULA als Lösung erneuert werden, was vielleicht nicht das ursprüngliche Ziel war. Das bedeutet, dass Sie Gefahr laufen könnten in einem für Sie unpassenden Vertrag gefangen zu sein.
  • Abhängig von den Zertifizierungsbedingungen ist der Cloud-Einsatz der ULA-Lizenzen möglicherweise nicht zertifizierungsfähig. Das bedeutet, dass Sie nach Beendigung der ULA möglicherweise nicht mehr compliant sind, wenn Sie nicht länger über die erforderlichen Lizenzen für den Cloud-Einsatz verfügen.

Beendigung eines ULA

Wenn Sie planen ein ULA zu zertifizieren und zu beenden, ist es entscheidend die Zertifizierung vor dem Enddatum des ULA vorzubereiten.

Je nach Größe des ULA-Footprints muss bereits Monate vorher damit begonnen werden, den Einsatz der Software zu bewerten, Probleme zu identifizieren und zu beseitigen, um sicherzustellen, dass am Ende genügend Zeit für die Behebung aller Compliance-Probleme vorhanden ist.

Das Verständnis der Vorteile und Risiken eines ULA ist für die Entscheidung, ob ein ULA für die Bedürfnisse Ihres Unternehmens sinnvoll ist, unverzichtbar. Und das sowohl für die kurzfristige- als auch langfristig für die gesamte Oracle-Lizenzoptimierung. Wenn ein ULA und seine Lizenzbereitstellung richtig verwaltet werden, können Sie einen großen Nutzen daraus ziehen. Ein Oracle ULA kann aber auch mehr Kosten verursachen als ein Lizenzkauf auf Transaktionsbasis.

Da die langfristigen Auswirkungen eines ULAs beträchtlich sind, ist es vorteilhaft die Unterstützung eines Oracle-Lizenzmanagement-Teams in Anspruch zu nehmen, das mit den ULA-Praktiken von Oracle vertraut ist, um eine Bewertung und Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen. Die Beauftragung eines solchen Oracle-Lizenzierungsspezialisten kann Ihnen die notwendigen Informationen liefern, um sicherzustellen, dass Sie den größten Nutzen aus Ihrer Oracle-Investition ziehen.

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Daniel Meier

Daniel Meier

Daniel kam 2017 als Bid Manager zur USU und war an der Lösungskonzeption für Kunden beteiligt. Seit 2019 ist er einer der USU Account Manager und unterstützt unsere Kunden mit seiner Expertise.

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