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Microsoft-Audits und die Kunst der konformen Cloud-Migration

Microsofts Strategie zur Einhaltung der Softwarelizenz-Compliance vermeidet das offene Softwarelizenz-Audit. Stattdessen bevorzugt Microsoft einen „freundlichen“ Review mit seinen Kunden, um die Lizenzkonformität und -anforderungen zu überprüfen.

Auch wenn es sich netter anhört: Es ist ratsam, den „freundlichen“ Review wie ein Softwarelizenz-Audit zu behandeln.

Genau wie ein Softwarelizenz-Audit kann die „freundliche“ Überprüfung der Microsoft-Compliance eine gute Gelegenheit sein, Sparpotenziale aufzuspüren, eine Cloud-Migrationsstrategie vorzubereiten und Ihre Beziehung zu Microsoft etwas freundlicher zu gestalten.

Konforme Cloud-Migration

Zunächst geht es um die Migration in die Cloud mit besonderem Augenmerk auf die Compliance. Das Hinzufügen von Cloud-Komponenten zu Ihrer IT kann sich bei einer „freundlichen“ Überprüfung durch Microsoft schnell negativ auswirken. Wenn die Daten zwischen den lokalen Standorten und der Cloud hin und her springen, dann steigt das Risiko der Nichteinhaltung von Richtlinien.

Wenn Ihr Unternehmen zunehmend in der Cloud agiert, könnten die Softwarekosten ohne Ihr Wissen steigen. Und es gibt kein Entrinnen. Hybrid ist inzwischen der Normalzustand.

Ärgernis Azure?

Microsofts Cloud-Plattform Azure ist ein nützliches Werkzeug, wenn es um virtuelle Maschinen, Anwendungen und Testsysteme geht. Microsoft verführt Sie mit vielfältigen Anreizen, Ihre Systeme nach Azure zu migrieren. Das geht so lange gut, bis Sie die Grenzen überschreiten.

Hybride Nutzungsrechte lassen Ihre Windows Server und SQL-Server ohne zusätzliche Lizenzen in die Azure-Cloud ziehen. Sie können so eine Menge Geld sparen. Es gibt jedoch ein großes Aber! Bevor wir darauf eingehen, hier in aller Kürze die Grundlagen der Windows-Server-Lizenzierung für On-Premises-Szenarien:

  • Für jeden physischen Server müssen mindestens 16 Cores lizenziert werden.
  • Für jeden physischen Prozessor sind mindestens acht Core-Lizenzen erforderlich.
  • Wenn alle physischen Kerne im Server lizenziert sind, dann dürfen Sie in der Standard Edition bis zu zwei Betriebssystemumgebungen verwenden.
  • Für jede zusätzliche virtuelle Maschine müssen alle physischen Kerne auf dem Server erneut lizenziert werden.
  • Die Datacenter Edition umfasst die Nutzungsrechte für eine unbegrenzte Anzahl von Betriebssystemen auf dem lizenzierten Server.

Jetzt bringen Sie diese Server in die Cloud!

Wenn Sie Windows-Server-Lizenzen mit einer aktiven Software Assurance haben, dann können Sie vom Azure-Hybridvorteil profitieren. Um diese Berechtigungen zu erhalten, sind keine Formulare notwendig. Sie kreuzen einfach in der Verwaltungskonsole von Azure das Kästchen „Azure Hybrid Benefit“ an und starten die neue Instanz.

Denken Sie daran: Ein Satz von 16 Core-Lizenzen mit aktiver Software Assurance erlaubt in der Azure-Cloud zwei virtuelle Maschinen (VM) mit je acht Cores oder eine VM mit 16 Cores.

Microsoft Audit Cloud Licensing Diagram | Aspera

Andere Versionen – andere Nutzungsrechte

Bei der Migration von Windows Server gelten standardmäßig die „Alternative Rights“. Das bedeutet, Sie verwenden sie entweder On Premises oder in der Azure-Cloud. Wenn Sie über Lizenzen für die Datacenter Edition mit Software Assurance verfügen, dann erhalten Sie „Additive Rights“ für den Einsatz in Azure. Sie können sie dann sowohl On Premises als auch in der Azure-Cloud verwenden.

Nochmals: Wenn Sie 16 Core-Lizenzen für Windows Server mit aktiver Software Assurance haben, dann erhalten Sie bis zu zwei VMs in der Azure-Cloud.

Microsoft Audit Licensing Diagram | Aspera

Microsoft SQL auf Azure

SQL-Server erhalten nur die „Alternative Rights“. Also entweder für die lokale Umgebung oder für die Azure-Plattform. Aber Sie bekommen immerhin ein 180-Tage-Zeitfenster für „Dual Use“ während der Migration von Workloads auf Microsoft Azure. Dann gelten sie für beide Umgebungen.

Wenn Sie im Rahmen des Azure-Hybridvorteils SQL-Server-Lizenzen für virtuelle SQL-Server-Maschinen zuweisen, dann können Sie auch passive Failover-Instanzen ausführen. Die Anzahl der Lizenzen, die für diese passiven Failover-Instanzen nötig wären, darf jedoch nicht die Zahl der Lizenzen überschreiten, die für die Ausführung der entsprechenden virtuellen SQL-Server-Maschine erforderlich sind.

Kostenfalle Office 365?

Wenn Sie Ihre Office-365-Aktivitäten nicht überwachen, dann lassen Sie möglicherweise Geld auf dem Tisch liegen. Teure Abonnements mit vielen Zusatzfunktionen werden meistens nicht ausgenutzt. Doppelte oder überflüssige Lizenzen verursachen unnötige Kosten.

Aber wie bekommen Sie von diesem Geld wieder etwas zurück? Schauen Sie sich als Erstes die tatsächliche Nutzung an. Lizenzen, die Sie früher gekauft und zugewiesen haben, werden möglicherweise gar nicht mehr benötigt. Passen Sie die Lizenzen an oder stufen Sie sie auf kleinere, günstigere Lizenzen zurück. Das könnte in einem großen Unternehmen leicht zu Einsparungen von mehreren Tausend Euro führen.

Ihr Unternehmen ist dann zwar für ein weiteres Jahr in einem Enterprise-Vertrag gefangen – einem Vertrag, der eine höhere Office-365-Edition erfordert als nötig. Aber Sie können sich schon weit im Voraus auf bevorstehende Verlängerungsverhandlungen vorbereiten. Analysieren Sie die Nutzung auf der Grundlage von Abteilungen und Anwendungen. Manchmal besteht die kostengünstigste Art der Lizenzierung nicht darin, das gesamte Paket zu einem vergünstigten Preis zu erwerben, sondern einzelne Komponenten für Abteilungen, die nur begrenzte Aufgaben ausführen.

Achten Sie auf Dubletten, wenn Mitarbeiter innerhalb Ihres Unternehmens umziehen, und auf ungenutzte Lizenzen, wenn Wachstumsprognosen nicht eintreffen. Aber damit sind Sie noch nicht fertig.

Software-Lizenzprüfungen in der Cloud?

Während die Cloud für Ihr Software Asset-Management-Programm womöglich Neuland ist, haben sich die Anbieter sehr gründlich damit auseinandergesetzt. Die „freundlichen“ Reviews passen in die Strategie von Microsoft. Während Microsoft seine Cloud-Lösungen vorantreibt, nutzt das Unternehmen die Reviews als weniger strenge Prüfung von Cloud-Lizenzen, um mehr Abonnements zu verkaufen. Die „freundlichen“ Reviews halten die Kunden im Microsoft-Ökosystem – denn wer kann zu einem Freund schon nein sagen?

Obwohl die Überprüfung der Softwarelizenzen in der Cloud keine große Herausforderung darstellt, sieht das bei der Kontrolle der Cloud-Kosten ganz anders aus. Software Asset Management in der Cloud vermeidet doppelte Lizenzierung und verfolgt all Ihre Lizenzen und Abonnements, damit Sie Ihr IT-Budget für Office-365-Abonnements und Azure-Lizenzen nicht sprengen.

Die Herausforderung in hybriden Umgebungen bestehen darin, den gleichzeitigen Kauf von Lizenzen für On Premises und in der Cloud zu vermeiden. Sie müssen wissen, welche Lizenzen wo gelten und ob Ihre vorhandenen On-Premises-Lizenzen in der Cloud gelten und umgekehrt. Während die Zukunft wahrscheinlich in der Cloud liegt, liegt die Gegenwart in hybriden Umgebungen.

 

Christopher Brune

Christopher Brune

Christopher Brune hat mehr als 10 Jahre Erfahrung im Bereich IT und Software Asset Management. Vor seiner Tätigkeit bei Aspera war Christopher als SAM-Berater mit Fokus auf Tool-Evaluierung, Lizenzüberprüfung und Audit-Unterstützung, vor allem in Projekten rund um den Hersteller Microsoft involviert. Als Produktmanager ist Christopher verantwortlich für die kontinuierliche Weiterentwicklung von SmartTrack und dazugehörigen Standards zur Unterstützung des Implementierungsprozesses.

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