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Mit Enterprise Service Management zum digitalen Multi-Service-Provider

Die Anforderungen an Energieversorger haben sich durch die Liberalisierung des Energiemarktes und immer neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen stark verändert. Da die Ertragsbringer aus dem Geschäft mit den Segmenten Gas, Kohle und Atomkraft sinken, können die klassischen Geschäftsmodelle zur kommunalen Daseinsvorsorge nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Neue zukunftsträchtige Geschäftsfelder müssen etabliert werden – und diese sind digital. Zahlreiche Anbieter haben erst spät auf die veränderten Marktbedingungen reagiert. Denn der Umbruch ist radikal. Die digitale Transformation bietet allerdings die große Chance, die Potenziale dieses Wandels bestmöglich zu nutzen. Dabei helfen interne Optimierungsmaßnahmen, zum Beispiel Prozessverbesserungen, agilere Organisationsmodelle und der Einsatz neuer IT.Einen der wesentlichen Hebel für einen wirtschaftlicheren Einsatz von Software nutzen Energieunternehmen wir GISA oder enercity mit einem professionellen Software Asset Management und können dadurch ihre IT-Ausgaben signifikant reduzieren. Auch Systeme für IT Service Management sind gefragt, wenn es darum geht, die heterogene Systemlandschaften, viele Insellösungen und den wachsenden Datenbestand in den Griff zu bekommen. Für die strategische Umstellung auf neue ertragreiche Geschäftsmodelle spielen allerdings insbesondere Lösungen für Enterprise Service Management eine Rolle, welche neue Dienstleistungen wie z.B. Elektromobilität automatisiert unterstützen.


Lesen Sie die Case Study „Leipziger Stadtwerke werden zum Multi-Service-Anbieter“
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Neue Services an der Schnittstelle von Energie- und Wohnungswirtschaft

Seit einiger Zeit verfestigt sich der Trend einer zunehmenden Konvergenz der Energiewirtschaft mit den Sektoren Technologie, Telekommunikation, Mobilität und Wohnungswirtschaft. Dabei werden die Schnittstellen zu diesen Branchen immer vielfältiger, es entstehen Ökosysteme gemeinsamer Produkte und Dienstleistungen. Eine Studie von EY mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) betrachtet insbesondere die geschäftlichen Chancen und Risiken an der Schnittstelle von Energie- und Wohnungswirtschaft für die Stadtwerke. Und sie belegt die wachsende Bedeutung der Wohnungswirtschaft: 72 Prozent der insgesamt 166 befragten Geschäftsführer*innen sehen ein hohes oder sehr hohes Synergiepotenzial zwischen den beiden Branchen, 85 Prozent sehen in der Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft eine große Chance. Die Kooperationsmöglichkeiten betreffen vor allem drei Ebenen: Connected Energy über Connected Building bis zu Connected Home.

Impulse durch Smart Metering

Die Einführung intelligenter Messsysteme seit 2020 ist ein wichtiger Treiber für neue Dienste. Mittelfristig sollen Smart Meter als Datendrehscheibe zu zahlreichen neuen Anwendungen und Produkten führen – das sehen zumindest 81 Prozent der befragten Energieversorger so, die Smart Metering für die zurzeit relevanteste Technologie der digitalen Transformation halten. Durch die zunehmende Bedeutung von Smart Meter in den nächsten Jahren und den Möglichkeiten, welche die Mehrspartenmessung durch die Kombination von Strom, Gas und Wärme bietet, entsteht mit dem Submetering ein neues Geschäftsfeld, das Energieversorger im Zusammenspiel mit der Wohnungswirtschaft nutzen können.

Submetering als digitaler Kernprozess

Immer mehr Energieversorger setzen auf Submetering als Komplett-Service. Dazu gehören zum Beispiel die Angebots- und Rechnungsstellung von Versorgungsleistungen auf Basis individueller Heiz- und Wasserverbräuche in Mehrmieterimmobilien. Treiber für diese Dienste ist die Heizkostenverordnung, gemäß der Gebäudeeigentümer dazu verpflichtet sind, den anteiligen Wärme- und (Warm-)Wasserverbrauch einzelner Wohneinheiten am Gesamtverbrauch des Wohngebäudes zu ermitteln und die Kosten der Energielieferung verbrauchsabhängig auf die Nutzer zu verteilen. Die Stadtwerke Leipzig haben hierfür ein Portal für Enterprise Services aufgebaut, mit dem Kunden aus der Wohnungswirtschaft ihre Daten abfragen und diese direkt für die Angebotserstellung nutzen können. Auch der Betrieb und fristgerechte Austausch von Rauchwarnmeldern wird unterstützt. Durch die Lösung konnte innerhalb von 3 Wochen der Angebotsprozess für 3.000 Endkunden in verschiedenen Liegenschaften abgebildet werden. Derzeit werden über 300 Angebote pro Monat erstellt.

Karte der Ladestationen der Stadtwerke LeipzigAbb.: Karte der Ladestationen der Stadtwerke Leipzig

Auch E-Mobility-Services gefragt

Eine weitere zukunftsträchtige Dienstleistung steht auf der Agenda der Stadtwerke Leipzig wie auch anderer Energiedienstleister ganz weit oben: der Ausbau lokaler emissionsfreier Mobilität, also die Errichtung einer Ladeinfrastruktur sowie der Vermarktung und Abrechnung von Ladestrom. Auch hierfür nutzen die Leipziger das Serviceportal. Im L-Strom.drive Portal melden sich Privatkunden und Gewerbekunden selbstständig an. Die Anwendung prüft den bestehenden Vertrag und schaltet den Tankvorgang frei. Für die Abrechnung arbeitet das System für Enterprise Services mit einem komplettes Nebenbuch. Es werden SEPA- Dateien für die Lastschrift erstellt und automatisch übertragen. Die Rechnungen werden im PDF erzeugt und per Email automatisch versendet. Alle wichtigen buchhalterischen Prozesse für die Bearbeitung (z.B. Storno) sind abgebildet. Es erfolgt eine Übertragung in aggregierter Form an das Hauptbuch im SAP über eine Schnittstelle. Kunden erhalten außerdem durch ihr zentrales Vertragskonto Preisvorteile bei einer Vertragsbündelung und beim Abschluss zusätzlicher Services. Das erhöht die Kundenzufriedenheit und stärkt die Kundenbindung.

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Dr. Thomas Gerick

Dr. Thomas Gerick

Dr. Thomas Gerick studierte Geisteswissenschaften und ist seit 1998 bei der USU Software AG. Zunächst in der Beratung tätig, verantwortet er seit 1999 die Unternehmenskommunikation. In dieser Funktion ist er auch als Autor zahlreicher Beiträge zu Management und IT-Themen für die Fach- und Wirtschaftspresse bekannt.

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